Schritt für Schritt zu den Zielen für 2023
Von den Industrieoffensiven der Republik bis zum Produktionsreformpaket: eine kurze Geschichte der Investitionsförderung in der Türkei und die Rolle der Industrie.

Die Industrieoffensiven, die mit der Gründung der Republik begannen, trug in den ersten Jahren der Staat; in den 1970er-Jahren dienten die staatlichen Wirtschaftsunternehmen (Kamu İktisadi Teşebbüsleri) der türkischen Industrie. Sie bildeten das Rückgrat der Schwerindustrie und schufen in ihren Regionen ein halbes Jahrhundert lang zahlreiche Arbeitsplätze.
Mit dem Mehrparteiensystem rückten 1950 private Investitionen in den Vordergrund. Die Zeit nach 1983 bereitete die Industrialisierung der Türkei auf das europäische Niveau vor: Die türkische Industrie begann, sich in die Weltwirtschaft zu integrieren, und das Konzept der Organisierten Industriezonen (OIZ) verbreitete sich im ganzen Land.
Seit 1990 entstanden OIZ, in denen sich inländische und ausländische Konzerne ansiedelten – damit rückte das Thema „Staatliche Förderung von Investitionen“ auf die Agenda. Das im Juni 2012 veröffentlichte und durch weitere Verordnungen verbesserte Fördergesetz war die größte Unterstützung, die türkische Investoren in den letzten Jahren erhalten haben.
Zu würdigen sind auch die Beamtinnen und Beamten, die an der Industrialisierung, an der Ausarbeitung der Fördergesetze und an der Vermittlung der Anwendungsgrundsätze in alle Regionen des Landes großen Anteil hatten. Vor allem die Veränderungen in den Behörden während des letzten Jahrzehnts haben Verfahren verkürzt und den Industrieunternehmen mehr Möglichkeiten gegeben, sich zu präsentieren.
Die türkische Industrie war nie bloß ein Standort für billige Produktion. Heute beruht die Produktion vieler Unternehmen in den OIZ auf Forschung, Entwicklung und Innovation. Für die Ziele 2023 gilt es, das Investitionsklima zu verbessern, Bürokratie abzubauen und Förderung auf kritische, prioritäre und umweltfreundliche Investitionen auszurichten.
Das zu diesem Zweck geschnürte Produktionsreformpaket enthält unter anderem zusätzliche Förderung in OIZ, Industriezonen, Technologieentwicklungszonen und Freizonen, den Wegfall der TRT-Abgabe (Rundfunkabgabe) für im Industrieregister eingetragene Betriebe, Befreiungen von Gebühren und Grundsteuer in geplanten Industriegebieten sowie Kredit- und Zinszuschüsse für OIZ.